


Die EC-Bewegung
EC - das heißt Entschieden für Christus. Dies will als Antwort des Glaubens im Leben junger Menschen verstanden werden. Durch eine persönliche Hinwendung zu Jesus Christus erhalten Kinder und Jugendliche Orientierung und Hilfe für ihr Leben.
EC - das heißt auch Engagiert für Christus. Lebendiger Glaube fordert junge Menschen zum verbindlichen missionarischen und diakonischen Einsatz heraus.
EC - das heißt offiziell Deutscher Jugendverband "Entschieden für Christus" (EC) e. V..
Gegenwärtig gibt es in Deutschland ca. 1.000 EC-Jugendarbeiten und fast 3.000 Kinder-, Jungschar- und Teenagergruppen, die in der Regel von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet werden. Der EC will eine Laienbewegung sein und bleiben und bietet jungen Menschen die Gelegenheit, gemäß ihren Begabungen kreativ und verantwortlich mitzuarbeiten.
Ziel und Aufgabe des Jugendverbandes ist es, jungen Menschen den Weg zu Jesus Christus zu zeigen und gemeinsam mit ihnen zu lernen, verbindlich als Christen zu leben. Christsein umfaßt den ganzen Menschen. Deshalb gehören Glaubens- und Lebensfragen, Sachthemen und Gemeinschaftserlebnisse, Sport und Unterhaltung zum Programm. Verbunden mit der weltweiten EC-Arbeit sind wir offen für die Fragen und Herausforderungen unserer Zeit.
Der Deutsche EC-Verband ist Glied der World's Christian Endeavour Union und des Gnadauer Verbandes für Gemeinschaftspflege und Evangelisation e.V.. Er ist Mitglied der Jugendkammer der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland (AEJ) und wird durch die AEJ im Bundesjugendring vertreten. Als Fachverband gehört er dem Diakonischen Werk - Innere Mission und Hilfswerk - der evangelischen Kirche in Deutschland an.
Der erste EC-Jugendbund wurde 1881 von Pfarrer Francis E. Clark in Portland/USA gegründet. Bereits 1894 wurde die erste EC-Arbeit in Deutschland in Bad Salzuflen gegründet. Nur ein Jahr später, nämlich 1895, wurde der EC-Weltverband (WCEU) ins Leben gerufen, um die Aktivitäten der EC-Verbände auf der ganzen Welt zu koordinieren. Damals expandierte der EC schnell. Heute gibt es EC-Gruppen in etwa 50 Ländern.
Der EC-Weltverband World's Christian Endeavour Union zählt gegenwärtig rund zwei Millionen Mitglieder. Im Weltverband treffen sich also Christen aus vielen Kulturen, Völkern und nahezu allen evangelischen Konfessionen. Als Höhepunkt der Weltverbandsarbeit ist die Weltverbandstagung, die alle 4 Jahre stattfindet. Die 23rd World's Christian Endeavour Convention fand 1998 zusammen mit der Deutschen EC-Tagung in Bad Liebenzell statt. Die Tagung fand somit bereits zum vierten mal in Deutschland statt.
Der EC war und ist schon immer auch in der Gemeinschaftsbewegung beheimatet gewesen, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts innerhalb der evangelischen Landeskirchen in Deutschland entstand. Dabei handelte es sich um einen pietistischen Neuaufbruch auf dem Hintergrund des Erbes der Reformation, des frühen Pietismus im 17. Jahrhundert und der Erweckungsbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hinzu kamen Impulse aus dem englisch-amerikanischen Raum, wo die erweckliche Verkündigung durch Evangelisten wie Dwight Moody schon stärker das kirchliche Leben geprägt hatte.
So wußte sich auch die aufbrechende Gemeinschaftsbewegung besonders der Verkündigung des Evangeliums an solchen Menschen verpflichtet, die an den Rändern der Kirche von deren Predigt nicht erreicht wurden oder die sich mit einer formalen Kirchenzugehörigkeit zufriedengaben. Elias Schrenk, eine der prägenden Gestalten der Anfangszeit, wurde im deutschsprachigen Bereich zum Bahnbrecher der Evangelisation. Daneben ging es der Gemeinschaftsbewegung um neue Formen der Sammlung und des gemeinsamen Lebens derer, die zum Glauben gekommen waren: Bibelstunden, Hauskreise, Gebetsgemeinschaften, besondere Veranstaltungen für junge Menschen wurden angeregt.
Diese beiden Grundanliegen - Evangelisation und Gemeinschaft - kamen dann auch in dem Namen der Dachorganisation zum Ausdruck, die 1897 entstand: Deutscher Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation (heute: Gnadauer Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation). 30 regionale Gemeinschaftsverbände und 31 Werke der Mission und Diakonie, darunter auch der EC, gehören heute aus der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz, Österreich und Holland zu diesem Zusammenschluß der Gemeinschaftsbewegung.
Nach wie vor sehen Gemeinschaftsbewegung und EC ihre Platzanweisung innerhalb der evangelischen Landeskirchen. Sie behalten sich aber für ihre Arbeit auch einen gewissen Freiraum innerhalb der Volkskirche vor. Professor Theodor Christlieb, neben Schrenk einer der Väter der Gemeinschaftsbewegung, hat den Standort der Gnadauer Arbeiten in einer knappen Formel zusammengefaßt: In der Kirche, wenn möglich mit der Kirche, aber nicht unter der Kirche.
Bis heute sind die theologischen Leiter des Deutschen EC-Verbandes von Friedrich Blecher über Gustav Schürmann und Arno Pagel bis zu Walter Lohrmann, Rolf Woyke, Christoffer Pfeiffer und Volker Steinhoff, die beim EC Bundespfarrer genannt werden, stets Landeskirchliche Pastoren gewesen. Auch stammt bis heute eine beträchtliche Zahl kirchlicher Mitarbeiter sowohl im Dienst der Verkündigung als auch der Diakonie und Mission aus den Reihen des EC.
Die Jugendarbeit Entschieden für Christus (EC) ist eine Jugendbewegung, die auf einen geistlichen Aufbruch in den USA zurückzuführen ist. Am 2. Februar 1881 hatte der junge Gemeindepastor Dr. Francis E. Clark in Portland, Maine, an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika, etwa 50 junge Leute zu einem gemütlichen Abend in das Pfarrhaus der Williston-Congregational-Church eingeladen.
Es war drei Wochen nach einer Evangelisation, bei der viele junge Menschen zum Glauben an Jesus Christus gefunden hatten. Clark kam es darauf an, diese Gemeindejugend zu verbindlicher Mitarbeit in der Gemeinde anzuleiten. Er hatte dazu eine Satzung entworfen, die ein Gelübde enthielt, zu dem sich die Jugendlichen schriftlich verpflichten sollten; gewissermaßen eine Erneuerung ihres Konfirmationsgelübdes. So entstand unter dem Motto For Christ and the Church, was damals etwa bedeutete für Christus und meine Gemeinde, ein Jugendbund of christian endeavour (CE) .
Im Mittelpunkt dieser Jugendgruppe für christlichen Einsatz sollten intensives Bibelstudium und eine einmal in der Woche stattfindende Gebetsversammlung stehen, zu deren regelmäßigem Besuch sich die Mitglieder durch ihre Unterschrift verpflichteten. Von Anfang an geschah diese Jugendarbeit - für die damalige Zeit geradezu sensationell - in gemeinsamen Gruppen von Jungen und Mädchen. Was seinerzeit am 2.2.1881 von etwa 50 jungen Menschen als verbindlich akzeptiert wurde, sollte wegweisend für bibelorientierte Gemeinden rund um die Welt werden.
Durch verschiedene Veröffentlichungen fanden die Bemühungen Pastor Clarks um eine entschieden christliche Jugendarbeit in kürzester Zeit Beachtung und erlebten eine rasche Verbreitung, zunächst in England, dann aber auch in anderen Ländern der Welt. Im Jahre 1904 zählte die Bewegung weltweit bereits 56.000 Jugendarbeiten mit fast 4 Millionen Mitgliedern. Im gleichen Jahr schlossen sich die in verschiedenen Ländern nach gleichem Muster organisierten Jugendverbände zu einem Weltverband (Christian Endeavour Society) mit Sitz in Boston (USA) zusammen.
In Deutschland waren es vor allem der Kandidat der Theologie, Friedrich Blecher, und der damals einflußreiche Hofprediger Adolf Stoecker, die diese neuartige Jugendbewegung bekannt machten und zur Nachahmung dieser verbindlichen Jugendarbeit ermunterten. Als erster griff der reformierte Pfarrer (Superintendent lic.) Ubbo Gerhard Hobbing in Bad Salzuflen diesen Gedanken auf und gründete dort am 7. Oktober 1894 mit einer Anzahl früherer Konfirmanden den ersten deutschen Jugendbund für entschiedenes Christentum.
Für die weitere Ausbreitung des EC in Deutschland war ein Besuch von Pastor Dr. Clark im November 1894 von Bedeutung, den er auf Einladung von Friedrich Blecher unternahm. Dabei bekam er sogar Gelegenheit, vor der in Berlin tagenden Generalsynode einen Vortrag zu halten. Bereits im Oktober 1895 fand in Kassel ein erstes Treffen der damals schon bestehenden zehn Jugendbünde statt. Ein Jahr später schied Blecher aus dem kirchlichen Dienst aus, um sich der Sache des EC hauptberuflich anzunehmen. Zur gleichen Zeit erschien erstmals ein eigenes Vereinsblatt, die Jugendhilfe, Vorgängerin des heutigen Anruf.
Die zweite EC-Weltbundtagung 1900 in London und eine europäische EC-Tagung 1905 in Berlin eröffneten der jungen deutschen Bewegung erste weltweite Horizonte. Am 3. Juli 1903 wurde aus den bestehenden EC-Landesverbänden der Deutsche Verband der Jugendbünde für entschiedenes Christentum gegründet, dessen Vorsitz am 5. Oktober 1909 Pfarrer Gustav Schürmann übernahm. Mit dem Namen aus der Gründerzeit wurden die Initialen des weltweiten Christian Endeavour (CE) übernommen. Er bedeutet ursprünglich Jugendbund für entschiedenes Christentum. Seit 1994 nennt sich der Verband Jugendarbeit entschieden für Christus (EC).
Im Oktober 1913 wurde in Berlin - Friedrichshagen ein Haus (Bundeshaus) gekauft, von dem aus die Leitung und Koordinierung der Aufgaben wahrgenommen wurde. Auch während des Ersten Weltkrieges stieg die Mitgliederzahl ständig an, und in der Nachkriegszeit schlug sich eine Erweckungswelle in allen Teilen Deutschlands in gewaltig ansteigenden Mitgliederzahlen nieder. Innerhalb von nur vier Jahren, von 1918 bis 1922, verdreifachte sich die Anzahl der Mitglieder. 1922 gehörten dem EC in Deutschland 40.000 Mitglieder in 1330 Jugendbünden an. Die wirkliche Lebendigkeit dieser Jugendarbeit aber weisen ganz andere Zahlen aus: Bis 1928 waren 3421 junge Menschen in den hauptamtlichen Dienst der Diakonie und Verkündigung eingetreten.
Als das erste Bundeshaus in Berlin - Friedrichshagen zu klein geworden war, wurde im Jahre 1926 an den märkischen Seen in Woltersdorf bei Erkner ein ehemaliges Sanatorium als neue Bundeszentrale erworben. Bereits im Juni 1924 hatte man als besondere Form missionarischer Tätigkeit eine Zeltmissionsarbeit aufgenommen, die bis heute Bestand hat.
Einen besonderen Höhepunkt des internationalen EC-Werkes bildete die im Jahre 1930 in Berlin durchgeführte erste EC-Weltbundtagung auf deutschem Boden, an der Besucher aus 37 Staaten teilnahmen. Ihr sollten später, nach dem Zweiten Weltkrieg, zwei weitere 1958 in Frankfurt am Main und 1974 in Essen folgen.
Das Verbot der Jugendarbeit im Dritten Reich löschte den EC in Deutschland nicht aus. Unter Prägung des ersten Bundespfarrers nach dem Zweiten Weltkrieg, Arno Pagel, erfuhr der EC im Westen einen Neubeginn. 1950 entstand in Kassel im Gemeinschaftshaus Friedenshof eine neue Zentrale. 1970 wurde das Bundeshaus in der Frankfurter Straße erworben. Erneut aus Platzmangel zog die EC-Zentrale 1993 in die Leuschnerstraße um, wo sich seitdem der Sitz der Leitung des Deutschen EC-Verbandes befindet. Auf dem Gelände befindet sich auch die Buchhandlung des EC. Seit dem 1.10.1979 gibt es das EC-Seelsorgezentrum, das seinen Sitz bei der alten Bundeszentrale in der Frankfurter Straße hat.
Heute erreicht der Deutsche EC-Verband in der Bundesrepublik in seinen wöchentlichen Veranstaltungen über 60.000 junge Menschen. Seit 1989 ist auch in den neuen Bundesländern organisierte EC-Jugendarbeit wieder möglich. Die Jugendkreise der dortigen Gemeinschaftsbewegung hielten bereits zur Zeit der DDR an der geistlichen Zielsetzung des EC fest und pflegten bis hin zum EC-Weltverband Kontakte. Mit dem Ende des verbrecherischen DDR-Regimes wurde hier die 40-jährige Trennung beendet. Mit diesem Umbruch gehört nun auch die alte Zentrale in Woltersdorf bei Berlin wieder zum Deutschen EC-Verband. Dort befindet sich heute neben einem Krankenhaus eine Freizeit- und Tagungsstätte.
EC Grundsätze
Inhaltlich stützt sich die EC-Arbeit auf vier Grundsätze:
| • | Entschiedenheit für Jesus Christus Persönliche Hingabe, offenes Bekenntnis und christusgemäße Lebensgestaltung |
| • | Verbindliche Zugehörigkeit zur örtlichen Gemeinde Aktive Beteiligung am Leben und Dienst der Jugendarbeit und der Gemeinschaft bzw. Gemeinde |
| • | Sendung in die Welt Missionarischer, diakonischer und sozialer Dienst für Christus im täglichen Leben |
| • | Verbundenheit mit allen Gliedern der Gemeinde Jesu Christi Förderung lebendiger Gemeinschaft unter allen, die an Jesus Christus glauben |
| • | Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist mein Erlöser und Herr. |
| • | Er hat mir meine Schuld vergeben und durch den Heiligen Geist ewiges Leben geschenkt. |
| • | Er hat mich als sein Eigentum angenommen und in seine Gemeinde gestellt. |
| • | Ich freue mich über die Gemeinschaft mit Jesus Christus. |
| • | Deshalb will ich mein ganzes Leben nach seinem Willen ausrichten und meine Gaben für ihn einsetzen. |
| • | Ich will treu die Bibel lesen und beten. |
| • | In meiner Jugendarbeit will ich nach den EC Grundsätzen verantwortlich mitarbeiten. |
| • | Ich will am Leben und Dienst meiner Gemeinschaft oder Gemeinde teilnehmen. |
| • | Mit meinem Leben will ich anderen Menschen den Weg zu Jesus Christus zeigen. |
| • | Aus eigener Kraft kann ich das nicht. |
| • | Ich vertraue auf Jesus Christus. |
| • | Alles zur Ehre meines Herrn. |