


Die letzten 100 Jahre
Von der Jahrhundertwende bis in die 50er Jahre konnte Oberissigheim mit dem rapiden Anwachsen und der modernen Entwicklung anderer Siedlungen in der Umgebung nicht Schritt halten.
Unser Ort blieb eine wenig erschlossene Ecke, mit allen ihren Vorzügen und Nachteilen, in dem sonst so verkehrsreichen Gebiet. Die Unterlassung des Baus einer geplanten Eisenbahnlinie von Hanau nach Büdingen längs des Krebsbachtals, mit einer Haltestelle an der Mühle wurde mehr befürwortet als bekämpft. Auch zeugte das Fehlen einer Wasserleitung von versäumten Gelegenheiten. Bezeichnend war auch die entschieden ablehnende Haltung früherer Gemeindeväter gegenüber der Einrichtung eines ständigen Omnibusverkehrs mit der Begründung, daß damit die Abwanderung notwendiger Arbeitskräfte in die Fabriken der Kreisstadt gefördert und dadurch die Landwirtschaft, besonders bei der Einbringung der Ernte, gefährdet werde.
Die kulturellen Belange wurden seit den 1890er Jahren vornehmlich von Männerchören und Gemischten Chören bestritten. Das gleichzeitige Vorhandensein von 4 Gesangsvereinen mit einer stattlichen Durchschnittszahl von annähernd 40 Sängern, sowie eines Posaunenchors beweist, daß die dem gesamten Maingebiet eigene Musikfreudigkeit auch in Oberissigheim vorhanden ist. Liederabende, Stuhlkonzerte, Gesangsvorträge bei besonderen Gelegenheiten, Ständchen und Theaterveranstaltungen sorgten für allgemeine Unterhaltung, für Verschönerung von kirchlichen und weltlichen Festakten und dienten der Ehrung verdienter Mitglieder.
Im Jahre 1894 erfolgte in weiser Voraussicht die Erweiterung des neuen Friedhofs. Dabei sei erwähnt, daß auf dem alten, im Mittelpunkt des Dorfes gelegenen Kirchfriedhof bis 1844, also fast ein Jahrtausend lang, die Toten unserer Gemeinde ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.
Eine Vergrößerung der Kirche durch Verlängerung des Schiffs und Einbau der Nordempore erfolgte 1899. Im Jahre 1922 wurden zu der noch vorhandenen Glocke durch freiwillige Spenden, die ein beredtes Zeugnis für die vorbildliche Opferwilligkeit aller Gemeindemitglieder ablegen, zwei neue Glocken gehängt. Besonderer Verdienst gebührt hierbei dem damaligen Pfarrer Ernst Wittekind und dem Bürgermeister Friedrich Lind. Nach den Angaben des musikverständigen Kantors Paul entstand ein stimmungsvolles Geläute, das anläßlich der 1100-Jahrfeier im Jahre 1950 über Radio Frankfurt, Lob und Preis des Herrn in alle Lande hinaus verkündete. Wegen deren günstigeren Lage zur Bahn und damit zur Stadt, verlegte Pfarrer Wittekindt 1926 die Pfarrei in die Nachbargemeinde Niederissigheim.
Mit großer Begeisterung wurde 1910 die erste Straßenbeleuchtung begrüßt. Achtzehn Öllampen wurden von der Stadt Windecken erworben und auf Ständern oder an Häusern angebracht, bis 1921, trotz der Inflation, auch bei uns in Oberissigheim durch das elektrische Licht das Petroleum ersetzt wurde. 1950 wurden nach längerer Unterbrechung wieder 12 Straßenlampen an das Stromnetz angeschlossen, die eine Beleuchtung der Hauptstraße mit ihren Seitenstraßen bis gegen Mitternacht gewährleisteten.
Schon am 1. Mai 1933 haben sich Männer in SA-Uniformen in den Umzug zum Tag der Arbeit eingereiht, erinnert sich eine Zeitzeugin an die ersten Anzeichen des Nationalsozialismus in Oberissigheim. Viele bejubelten den Mann (Adolf Hitler), der uns Arbeit und Brot versprach.
In dem 400 Einwohner zählenden Ort herrschte große Not, viele Kinder waren zu versorgen, aber oft reichte das Geld nicht zum Einkaufen. Zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit wurde 1934 durch vorbildlichen Einsatz aller Kräfte der Verbindungsweg nach Langendiebach ausgebaut, da sich dort in zunehmendem Maße neue Arbeitsmöglichkeiten ergaben.
1938 schien gerüchteweise nach Oberissigheim gedrungen zu sein, daß Hitler nicht nur Arbeit und Brot, sondern auch Gewalt und Unterdrückung brachte. Nimm dich in Acht, sonst kommst Du ins KZ. Dieser Satz sei hinter vorgehaltener Hand geflüstert worden, erzählt eine Zeitzeugin. Man hatte Angst um sich selbst, hat das Böse verdrängt und nicht darüber geredet. Die Hitlerjugend (HJ) und der Bund Deutscher Mädchen (BDM) gehörten bald zum alltäglichen Bild in Oberissigheim.
Die Brüder Heinrich und Wilhelm K., beides Kommunisten, machten Anfang des Krieges Bekanntschaft mit der Gestapo und verschwanden für einige Wochen in einem sogenannten Umerziehungslager. Heinrich verhielt sich nach seiner Entlassung still. Ich darf nichts sagen, sonst werde ich wieder geholt, soll er geäußert haben. Auch der Dienstmann Konrad Westphal, geboren am 29.10.1877 in Oberissigheim, war vom 7.10.1933 bis 8.11.1933 in einem Konzentrationslager (KZ Breitenau) inhaftiert. Mit dem KPD-Gemeindevertreter Wolf Kreutzer, der am 5.1.1899 in Oberissigheim geboren wurde, waren insgesamt vier Oberissigheimer Häftlinge in Konzentrationslagern. Westphal war vom 7.10.1933 bis 8.11.1933 ebenfalls im Konzentrationslager Breitenau inhaftiert. Der Grund seiner Inhaftierung ist nicht bekannt.
Am 1. September 1939 begann der Krieg, und auch in dem sonst so stillen Oberissigheim mit seinen 496 Einwohnern war es plötzlich mit der Ruhe vorbei. Eine Stabsbatterie samt Musikkapelle eines Flakregimentes aus Kitzingen kam in unser Dorf. Es wurden Quartiere in den Häusern ausgesucht und von den Soldaten bezogen.
Oft war Musik zu hören und die Platzkonzerte, welche von den Wehrmachtsmusikern veranstaltet wurden, waren für viele Oberissigheimer ein noch nicht gekanntes Erlebnis und sind manchem bis heute in guter Erinnerung geblieben. Nach einigen Tagen zog diese Einheit wieder ab und ein Arbeitsdienst wurde in unseren Ort verlegt. Dieser befestigte einen Feldweg, der nötig war um eine erwartete Flakeinheit mit schweren Fahrzeugen in die Gemarkung Auf der Röthe zu bringen.
Im Herbst 1939 wurden Flakstellungen auf dem Feld bei dem ehemaligen Bienenhäuschen an der Landwehr und auf einem Acker auf der Höhe Richtung Ravolzhausen aufgebaut. Insgesamt wurden vier große und zwei kleine Geschütze, ein Meßgerät und große Suchscheinwerfer aufgestellt. Der Gemeinschaftssaal wurde zum Stützpunkt der Stabsführung. Das alles geschah zum Schutze des Flugplatzes in Langendiebach, eines Nachbardorfes, von welchem aus feindliche Aufklärungsflugzeuge abgewehrt werden sollten. Auf dem Fliegerhorst waren auch zeitweise japanische Verbündete stationiert - genaueres über dieses Geheimunternehmen ist jedoch nicht bekannt.
Nach Oberissigheim kam auch wieder eine Stabsbatterie, diesmal allerdings ohne Regimentskapelle. Zwei Feldküchen, eine auf dem Schulhof im Schulweg, die andere in der Hauptstraße 15, bei Familie Schufferts im Hof, sorgten für das leibliche Wohl der Truppe und oft fiel etwas für die Bevölkerung ab. Die Soldaten in den Stellungen hatten rund um die Uhr abwechselnd Bereitschaft. Da die Schlafgelegenheiten in den Unterkünften der Wehrmacht nicht ausreichte, kamen die Soldaten oft nach Oberissigheim, um in zugewiesenen Quartieren Erholung und Schlaf zu finden. Sie gehörten zum täglichen Leben in der Gemeinde.
Im Spätherbst 1939 mußte noch eine Artillerie-Batterie mit ihren Gespannen in unserem Ort untergebracht werden, das bedeutete eine große Hilfe für die Landwirtschaft. Viele Pferde der Bauern wurden bei Kriegsbeginn beschlagnahmt, jetzt konnten bei Bedarf Gespanne der Wehrmacht eingesetzt werden. Auch bei anderen Arbeiten halfen die Soldaten, wenn Not am Manne war. Die Stabsbatterie verlegte bald nach Rückingen, deren freigewordene Quartiere bezogen aber sofort Infanteristen. In jedem Ort unserer Umgebung das gleiche Bild: Artillerie, Infanterie, Panzer und Pioniere.
Zu Beginn des Frankreichfeldzuges rückten diese Einheiten ab, nur die Flakstellung blieb besetzt. Dort war inzwischen auch eine Kantine errichtet worden und das Ziel vieler Sonntagsspaziergänge war bei jung und alt oft diese militärische Anlage. Hier konnten alle Geschütze und Geräte besichtigt werden und wurden von freundlichen Wehrmachtssoldaten erklärt. Selbst die Unterkünfte der Besatzungen, welche in die Erde gebaut waren, standen den Besuchern offen - schon damals nannte man das Tag der offenen Tür. Danach ging es in die Kantine, in welcher die Soldaten und deren Oberissigheimer Gäste oft in gemütlicher Runde zusammen saßen und schöne Stunden verbrachten. Im Herbst 1940 wurde auch diese letzte Stellung aufgelöst.
Juden lebten nicht im Ort. Bis 1941/42 gab es vereinzelte Kontakte zur jüdischen Bevölkerung in den umliegenden Ortschaften. Zeitzeugen nennen die Familie Lichtenstein in Marköbel, die dort ein Kolonialwarengeschäft betrieb, den Viehhändler Arnold Strauss aus Langendiebach und Leopold Löwenstein, der mit seinem Buchladen ab und zu in Oberissigheim auftauchte. Nach den Pogromen sind die Juden auch auf den Dörfern sehr vorsichtig geworden. Sie haben immer erst um die Ecke geguckt, ob die Straße frei war, um dann in die Häuser zu gelangen, wo sie geduldet waren. Es gab auch Leute, die sie beschimpft und bespuckt haben.
Die Kinder der Familie Lichtenstein wanderten Anfang der 40er Jahre aus, die Eltern zogen mit ihrer behinderten Tochter in die Anonymität Frankfurts. Der Oberissigheimer Landwirt Heinrich Merz unterstütze die drei und fuhr - wenn es seine Zeit erlaubte - mit dem Fahrrad nach Frankfurt, um ihnen Lebensmittel zu bringen. Dieses Verhalten wurde von einigen im Ort nicht gebilligt. Der Satz Hier wohnt ein Judenfreund zierte daher eines Morgens die Wand des Hauses, in dem Familie Merz wohnte.
Die alten Lichtensteins und ihre Tochter starben in einem Konzentrationslager. Der Viehhändler Strauss wurde am 5. September 1942 mit 115 anderen Hessen jüdischen Glaubens nach Theresienstadt deportiert. Von dort wurden sie weitertransportiert in die Konzentrationslager Treblinka und Auschwitz, wo die meisten ihr grausames Ende fanden.
Ein weiterer Oberissigheimer, der sich den Vorschriften der Nationalsozialisten nicht beugte, war Bürgermeister Wilhelm Schmidt, dessen Amtszeit 1945 endete. Ihm ist es zu verdanken, daß 1940 zwei bereits beschlagnahmte Kirchenglocken nicht abtransportiert wurden, um sie für Kriegszwecke einzuschmelzen. Auf seinen Vorschlag erfolgte damals auch die Kanalisation unseres Ortes, sowie die Pflasterung und Verbreiterung des oberen Teiles der Hauptstraße bis zum ehemaligen Backhaus, das leider abgerissen wurde. Jahrhunderte lang diente es auch zur Strafvollstreckung, da Bettler, arbeitsscheues Gesindel und Diebesvolk dort öffentlich am Pranger, in Halseisen und Armketten zum Spotte der Einwohner, ausgestellt wurden.
Bürgermeister Schmidt hatte sich darüber hinaus standhaft geweigert, die Leitung des Kirchenchores niederzulegen. Auch der Kindergottesdienst blieb bestehen. Die Kinder, die ihn besuchten, gingen am nächsten Montagmorgen mit bangem Herzen in die Schule.
Ihr Lehrer Heinrich Lind, der auch Ortsgruppenleiter der NSDAP war, mißbilligte den Gottesdienstbesuch. Er soll manchen Abweichler bei den entsprechenden Stellen gemeldet haben, berichten Zeitzeugen übereinstimmend. Seine Berichte an die Kreisleitung waren ausschlaggebend gewesen, welcher Vater oder Sohn einberufen wurde. Auch Georg Schmidt, der Land- und Gastwirt des Gasthauses zum Schwan, war ebenfalls ein engagierter Nationalsozialist, der für die NSDAP-Fraktion im Kreistag Hanau-Land tätig war.
Nach dem Krieg tat Lind sich schwer, im Ort jemanden zu finden, der für ihn sprach, um seine braune Weste reinzuwaschen. Aus christlicher Nächstenliebe haben ihn diejenigen nicht belastet, die ihn hätten belasten können, sagt eine Zeitzeugin. Heinrich Lind kam in ein Internierungslager der Alliierten, arbeitete nach seiner Rückkehr erst im Raiffeisenlager und später wieder als Lehrer.
Bis auf ein paar Bombeneinschläge in Wiesen blieb Oberissigheim von Zerstörung verschont. Als Hanau am 19. März 1945 bombardiert wurde, bebte auch unser Ort und die Scheiben klirrten, erinnern sich Zeitzeugen.
Als die Amerikaner am 6. April mit Panzern in unseren Ort einrollten, hängten die Bewohner weiße Bettücher aus den Fenstern. Viele von uns hatten Angst, denn wir wußten nicht, was die Amerikaner für Menschen sind. In den Gehöften, in denen US-Soldaten für ein bis zwei Wochen Quartier bezogen, waren deren Bewohner gezwungen, in die Nachbarschaft umzuziehen.
Nach dem Krieg strömten ausgebombte Menschen aus Hanau, aber auch Heimatvertriebene aus Ungarn, der Tschechei, dem Sudetenland, Posen und Ostpreußen nach Oberissigheim. Die Unterbringung dieser Neubürger, und vor allem deren Eingliederung in die gesamte Wirtschaft, verursachte größte Schwierigkeiten, die aber trotz des katastrophalen Wohnungsmangels einigermaßen zufriedenstellend gemeistert werden konnten.
Die Rückkehr der untergebrachten Fliegergeschädigten in ihre Heimatorte und die begreifliche Abwanderung der vornehmlich in Hanau beschäftigten Bevölkerung bewirkten in der Folgezeit einen kurzzeitigen Rückgang der Einwohnerzahl.
Im Jahre 1945 erhielt unser Ort ein eigenes Rathaus, da das bereits 1727 erbaute, auch als Schulhaus diente. 1950 gab es in Oberissigheim eine Zugmaschine für die Landwirtschaft, 4 Autos und 12 Motorräder, und 100 Radiogeräte.
Der seit 1939 in Oberissigheim amtierende Pfarrer Leister wies zuerst auf die früheste Erwähnung unseres Ortes hin - wie man damals noch glaubte - und trat entschieden für die Veranstaltung des 1100jährigen Jubiläums vom 24. bis zum 26. Juni 1950 ein, umsomehr als von einer 1000-Jahrfeier nichts bekannt war. Heinrich Reimer hatte 1891 in seinem Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau die Ersterwähnung unseres Ortes fälschlicherweise um 850 datiert. Zu den Festlichkeiten reiste der sogar der Landrat an, um mit den Einwohnern zu feiern.
Der Schmidt'sche Saal, der seit etwa 1900 bestand, war der Sammelpunkt für alle größeren Veranstaltungen geworden. In ihm wurden bei mäßigen Eintrittspreisen, für Schulkinder mittags und für die Einwohner abends, monatlich einmal von der amerikanischen Militärregierung Filme gezeigt, die der Verständigung mit anderen Völkern dienen sollten. Großen Anklang fanden vor allem gelegentlich gezeigte deutsche Filme eines Rüdigheimer Lichtspielbesitzers.
Am 25. Juni 1963 hielt der damalige amerikanische Präsident John F. Kennedy auf dem Fliegerhorst in Langendiebach eine Rede anläßlich seines Deutschlandbesuches. Zu seinen Ehren waren amerikanische, deutsche, französische und kanadische Soldaten angetreten. Nachdem zunächst ungewiß war, ob die Zivilbevölkerung das Fliegerhorstgelände betreten durfte, so wurde durch die Einrichtung mehrerer zusätzlicher Tore bald deutlich, daß der zwischen Langendiebach, Bruchköbel, Hanau und Oberissigheim gelegene amerikanische Fliegerhorst für ein paar Stunden zum Nabel der Welt werden sollte.
Ich bin ein Berliner. lautet sein oft zitierter Ausspruch, mit dem er die Herzen der Berliner im Sturm eroberte, die er direkt nach seinem Aufenthalt in Hessen besuchte. Die folgende Rede zeugt von der gesellschaftspolitischen Bedeutung dieses Besuchs, der das Verhältnis Kennedys zu Deutschland veränderte. Kennedy, der die Deutschen ursprünglich für distanziert und kühl hielt, lernte sie nun als spontan und sehr begeisterungsfähig kennen, denn die Deutschen drückten ihre Freude über die Möglichkeit der aktiven Einflussnahme auf die Politik und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit Ovationen aus. Kennedy wurde zum Symbol für Sicherheit und Freiheit im westlichen Bündnis. Viele Oberissigheimer nutzten die Gelegenheit auf das sonst streng abgesicherte Gelände des amerikanischen Fliegerhorstes zu gelangen und Kennedys Rede zu hören:
General, members of the Division and the Corps:
I first of all want to express my strong appreciation to our allies in NATO who participated in the honor guard this morning.
The four national anthems sounded in harmony, and I know that the anthems of the other members of NATO join us in saluting the armed forces of all of our countries.
It is not always easy in times of calm to maintain the solidarity of an alliance. I believe that over a long period of years the members of NATO have set almost a unique example. It has been, really, an almost unprecedented act of history that over a period of 15 years and with bright prospects for the future, if all of us meet our responsibilities, that we can make NATO not only a strong bulwark against attack, but also a vigorous instrument of peace.
I want to express my special thanks to my countrymen who serve the United States over 3,500 miles from our own shores. Never in history has a country had so many of its sons serving so far away from their own land in a time of danger, not for the purpose of conquest but for the purpose of freedom. Stretching all around the globe there are Americans on duty who help maintain the freedom of dozens of countries who might now be engulfed if it were not for this long, thin line which occupies such a position of responsibility, guarding so many gates where the enemy campfires in some cases can be seen from the top of the wall.
We take the greatest pride in this record. And I want to express the thanks of the American people to the members of this Division and Corps and to their families, who also serve far away from home, and I hope that 180 million Americans and millions of others who sleep peacefully at night know that it is because you stand in this field. Your ability to sustain yourselves insures the peace. We maintain the peace by preparing for adversity, and your willingness to serve here, members of the Air Force who are stationed on a hundred different air fields, ships of our Navy far out of sight of land, help protect the peace and the freedom. So I do not think it amiss that we take some satisfaction in this record.
We thank you especially for undertaking the burdensome tasks that sometimes go with peacetime military service. I have quoted before and quote now an old poem which I don't think is true in this case which says that God and the soldier all men adore, in time of danger and not before; the danger past and all things righted, God is forgotten and the old soldier slighted.
In these days we depend upon God and we also depend upon our soldiers. We thank you.
Wenige Monate später wurde John F. Kennedy, der 35. amerikanische Präsident, unter mysteriösen Umständen am 22. November ermordet, was auch in Oberissigheim mit Schrecken aufgenommen wurde.
Etliche amerikanische Soldaten und deren Familien, die zur Hanau Military Community gehören, haben in Oberissigheim ein Heim für die Zeit ihrer Stationierung gefunden und sind gern gesehene Nachbarn, die gastfreundlich zum Barbecue einladen und der Dorfjugend amerikanische Sportarten näherbringen.
1970 wurde in unserem Dorf der Schulbetrieb eingestellt, nachdem 1945 die Schule auf zwei Klassen mit zwei Lehrern und zu Ostern 1966 um eine dritte Klasse und eine zusätzliche Lehrkraft erweitert worden war. Oberissigheim gehörte dem am 29.6.1966 gegründeten Bruchköbler Schulverbund an, der die Grundlage der schulmäßigen Orientierung bildete.
Im Frühjahr 1970 wurde das Neubaugebiet rechts des Krebsbachs von Bulldozern und Baggern erschlossen. Es wurde dabei zur Auflage gemacht, daß das Gelände in zwei Jahren bebaut sein solle. Im Bereich der heutigen Raiffeisenstraße und der Fritz-Erler-Straße setzte eine lebhafte Bautätigkeit ein.
Unter welchen Bedingungen die ersten Neubürger in ihre Häuser einziehen mußte, läßt ein Artikel im Hanauer Anzeiger zum 3. Juli 1971 unter der Überschrift Keine Kanalisation im Neubaugebiet - Nicht länger ein Leben wie im Mittelalter vielleicht erahnen. Bedingt durch Planungsfehler unter Verschleiß von drei verschiedenen Architekten wurden die Arbeiten für die Kanalisation zunächst nicht ausgeschrieben.
Der damalige Bürgermeister Gutbell sowie der Hanauer Landrat Woythal sahen sich massiven Vorwürfen ausgesetzt, wahrheitswidrige Angaben gemacht zu haben. In der Praxis bedeutete dies, daß Spül- und Badewasser aus den Fenstern geschüttet wurde, Keller an Regentagen unter Wasser standen, Saatgut aus frisch angelegten Gärten weggeschwemmt wurde und die Bewohner oftmals nur mit Mühe, durch zentimetertiefen Morast watend, ihre Häuser erreichen konnten.
Am 31. Dezember 1971 verlor Oberissigheim seine Unabhängigkeit, indem es sich zusammen mit Niederissigheim und Butterstadt der damaligen Gemeinde Bruchköbel anschloß, die daraufhin am 1.1.1975 nach langer Zeit wieder die Stadtrechte erhielt. Unser Ort wurde nominell ein Stadtteil, der jedoch seinen dörflichen Charakter nie verleugnete.
Das Neubaugebiet wuchs stetig - im Flurstück Auf der Krebsbach entstand inmitten der wilden Idylle am Bach die Straße Im Breul und der Bebauungsplan Am Hundsrück wurde am 19.4.1977 rechtskräftig.
1981 wurde die Milchannahmestelle stillgelegt. Kurze Zeit später, am 13. September wurde die Grundsteinlegung zum Bau des Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde im Beisein von Landesbischof Jung gefeiert. Nach dem Bau des Bürgerhauses 1968 verfügt Oberissigheim seitdem somit über einen weiteren Versammlungsort.
Den nächsten Meilenstein in der baulichen Planung und Entwicklung stellte 1991 die Aufnahme unseres Dorfes in das Programm der Landesregierung zur Dorferneuerung dar. Nach einer Informationsveranstaltung 1992 im Bürgerhaus begannen die ersten Baumaßnahmen im alten Ortskern, auf den sich das Programm ausdrücklich beschränkte.
Unter anderem wurden die Gehsteige im Ortskern beseitigt, der Brunnenplatz umgebaut, das Ufer der Krebsbach mit Erlen-Hochstämmen bepflanzt, der Ausstellungsraum in der Waimerstraße ausgebaut und Blumenbarrikaden in einigen Straßen angelegt, die den Verkehr nun mehr behindern als beruhigen.
Am 1.8.1997 konnte der Neubau des Oberissigheimer Kindergartens seiner Bestimmung übergeben werden, zuvor waren die Kleinen seit August 1992 in einem angemieteten Provisorium in der Fritz-Erler-Straße untergebracht worden.
Seit dem Beginn der Baumaßnahmen im Neubaugebiet 1970 hatte sich die Einwohnerzahl von 921 auf 1433 am 31.12.1999 erhöht.
Warum wir vom 9. bis zum 13. Juni 2000, nur 50 Jahre nach der 1100-Jahrfeier im Jahre 1950, das 1200-jährige Bestehen unseres Ortes feierten ist der Geschichtsforschung der letzten Jahre zu verdanken. In Kürze werden wir an dieser Stelle weitere Details dazu veröffentlicht.